Meditation am Meer

Ich gehe Schritt für Schritt durch den Sand direkt am Wasser. Der Sand ist feucht und bleibt an meinen Schuhen kleben. Ich sinke ein, es gluckst beim Weitergehen. Wasser rinnt in meine Spur. Wenn ich mich umdrehe, sehe ich fast keine Schrittspuren mehr. Die Tritte verschwinden. Vor mir die Sonne und der Wind, der mir das Gesicht kühlt. Feine Wassertröpfchen von der Gischt lassen sich auf meiner Haut nieder. Das Meer an meiner linken Seite brandet an den Strand. Es ist blau, aber auch rau.

Das Meer, Wellen rollen an den Strand

Foto: Jutta Mügge

Ich bin fast alleine an dieser weiten Küste. Eine eher geheimnisvolle Stimmung erfasst mich. Ich bleibe stehen und schaue auf das weite Meer. Es ist unendlich. Es kommt mir mit seinen Wellen rhythmisch entgegen, plätschert vor meinen Füßen und zieht sich wieder zurück. Mein Blick geht in die Weite. Winzig – denke ich, ist doch so eine menschliche Kreatur im Angesicht dieses gewaltigen Meeres. Ein bisschen fühle ich mich dieser Größe ausgeliefert, aber gleichzeitig auch dazugehörig. Neben mir sitzen zwei Möwen im Sand. Gesellschaft für mich, damit ich nicht so alleine bin. Das Rauschen der Wellen dringt unnachgiebig an meine Ohren, es fordert Aufmerksamkeit. Ich atme die feuchte, salzige Luft. Sie sucht sich den Weg bis in meine Bronchien. Ich spüre, wie meine Lungen weit werden. Mein Brustkorb hebt und senkt sich, ich breite die Arme aus und lasse diese gesunde Brise in meinen Körper strömen.

Mit jedem Atemzug verschmelze ich ein wenig mehr mit diesem großen Meer. Um mich herum ist niemand, nur die beiden Möwen sitzen in Ruhe da ganz nah bei mir. Als könnte nichts sie von ihrem Rastplatz entfernen. Es ist wunderbar, meinen Atem mit den Wellen und dem Wind in Einklang zu bringen, die Sonne wärmt mich. Seltsamerweise fühle ich mich nicht einsam. Ich spüre etwas Großes, etwas Erhabenes. Obwohl ich alleine bin, fühle ich mich zu diesem Großen Ganzen dazugehörig. Ich spüre eine besondere Lebendigkeit.

Jutta Mügge

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