Kein Frieden ohne Versöhnung zwischen den muslimischen Konfessionen

Sollten in Syrien die Waffen schweigen, dann wahrscheinlich nicht durch ein direktes Eingreifen Gottes. Es wird auch nicht durch Einlenken der feindlichen Brüder, Schiiten und Sunniten, ermöglicht. Diese mussten sich Glaubensbrüder und nicht mehr als Feinde sehen. Vielmehr kommt er wegen der Verständigung der Großmächte Russland und USA. Machtgleichgewicht wäre dann die Formel für den Frieden. Zudem wären die Interessen Russlands gewahrt

Russland kämpft in Syrien den Tschetschenienkrieg weiter

Putin, das hat unser Moskauer Korrespondent aufgezeigt, kann einen Sturz Assads nicht zulassen. Denn dann kämen die tausende Kämpfer zurück, die den Tschetschenienkrieg in Syrien fortsetzen, um nach einem Sieg den IS-Staat in weitere muslimische Republiken der Russischen Föderation zu tragen. Ein Sieg über Assad wäre das Signal, dass auch Russland für den Islam zurückgewonnen werden kann. Mit seinen Luftschlägen kann Russland wieder auf Augenhöhe mit den USA verhandeln.

Politik schafft keinen Frieden

Wenn die Waffen in Syrien irgendwann einmal schweigen, dann herrscht nicht Frieden. Denn dieser müsste zwischen Schiiten und Sunniten wachsen. Darauf deutet nichts hin. Persien und Saudi Arabien rüsten weiter auf und überschwemmen den Markt mit billigem Erdöl. Denn nach der Aufhebung des Embargos gegen Persien braucht das Land dringend die Einnahmen, um den Lebensstandard der mit dem Regime unzufriedenen Bevölkerung zu heben. Je niedriger der Ölpreis, desto problematischer für Persien sowie für die Fracking-Förderung in den USA. Welche Möglichkeiten hätte die Politik, mehr als durch das Machtgleichgewicht einen Friedenswillen aufzubauen?

Augustinus7

Gegen die Konfessionen kein Friede

Wie im jetzigen Syrienkrieg haben sich auch im Dreißigjährigen Krieg die politischen Kräfte mit den Kriegspartien verbündet, um ihre politischen Ziele durchzusetzen. So unterstützte im 17. Jahrhundert das katholische Frankreich die protestantischen Fürsten, um Habsburg zu schwächen. Persien unterstützt heute die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen, um dort Truppen Saudi Arabiens zu binden und so Assad zu entlasten. Konfessionskriege führen zu politischen Auseinandersetzungen, oft nur deshalb, um dem politischen Gegner keine Landgewinne zu ermöglichen. Der Sturz Assads, der zur schiitischen Koalition gehört, würde das fragile Machtgleichgewicht um den Persischen Golf herum zugunsten Saudi Arabiens und anderer sunnitischen Herrscher verschieben. In Bahrein mit seiner mehrheitlich schiitischen Bevölkerung hat Saudi Arabien während der Arabellion militärisch eingegriffen, um das sunnitische Herrscherhaus zu stabilisieren. Heute stütz Persien Assad. Die Mittel der Politik sind begrenzt.

Frieden zwischen den Religionen als Voraussetzung für politische Verständigung

Religiöse Spannungen verbinden sich mit politischen Zielen und verlängern deshalb einen Krieg, weil die Kämpfer über eine ganz andere Motivation verfügen als wenn es nur um Landgewinne geht. Am Syrienkrieg wird die immense Aufgabe für den Islam deutlich. Das zeigt der Rückblick auf die europäischen Kriegserfahrungen. Zwar waren die Kriege Europas nach dem Westfälischen Frieden nicht mehr konfessionell unterlegt, es bedurfte aber noch der Erfahrungen der beiden Weltkriege, damit die christlichen Konfessionen ihren Friedensauftrag deutlicher erkannten. Religion, und besonders der von einer Gewaltideologie dominierte Islam, haben die Aufgabe, für den Frieden ein stabiles Fundament zu liefern. Das kann nur im Bezug zu Gott gefunden werden. Die eigene Nation kann es nicht sein. Als sich im 19. Jahrhundert der Nationalismus entwickelte, wurde damit der Ersten Weltkrieg bereits vorbereitet. Der Islam muss sich zu einem Menschenbild durchringen, das im anderen das Kind Gottes erkennt, sei dieser Schiit oder Sunnit.

Die christlichen Kirchen scheinen dem Konfessionskrieg im Islam mit distanziertem Blick zuzuschauen, als sei der Frieden in Syrien eine politische und nicht eine eminent religiöse Herausforderung. Wäre es nicht dringende Aufgabe der Kirchen, den muslimischen Konfessionen Mut zu machen, sich auf den längeren Weg gegenseitiger Anerkennung zu machen.

Eckhard Bieger S.J.

Warum Putin in Syrien eingreift

Religion ist gegen Waffen immun

Ein Gedanke zu “Kein Frieden ohne Versöhnung zwischen den muslimischen Konfessionen

  1. Die deutsche Gleichung:

    Nationalsozialismus x SS = Islamismus x IS
    ______________________________________
    Antizionismus

    vae victis… !

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