Die Computerspielserie „Diablo“: Die Faszination des Teufels

In der Theologie spielt der Teufel heute kaum noch eine Rolle. Ob aus Scham vor der säkularen Gesellschaft oder wegen des Erbes der Aufklärung, das personifizierte Böse schwindet aus der Religion. Eine Gegenteilige Entwicklung erfährt das Böse in Filmen und Spielen. Eine Annäherung an den Teufel in der Computerspielreihe Diablo.  

Foto: dpa /picture alliance

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Wer oder was ist Diablo?

Diablo ist eine Computerspielserie der Firma Blizzard. Der Erste Teil erschien 1996/1997, der zweite 2000 und der aktuelle dritte Teil 2012. Die Aufgabe im Spiel ist es mit einem frei wählbaren Charakter den Dämon Diablo zu besiegen. Abhängig davon welchen Teil der Reihe man spielt, variieren die Charaktere, meistens kann man wählen zwischen Paladin, Barbar, Magier, Jäger und einem okkulten Beschwörer. Im ersten Teil kämpft man sich durch Dungeons und die Katakomben einer Kathedrale, bis man schließlich auf Diablo trifft und ihn besiegen muss. In den anderen Teilen wird der Kampfplatz auf größere Gegenden ausgeweitet.

Der aktuelle Teil der Serie: Diablo III

In Diablo III kehrt Diablo, der bereits in Teil I und II besiegt wurde, wieder zurück. Der Erzengel der Gerechtigkeit, im Spiel Tyrael genannt, wird aus dem Himmel verbannt und zur Strafe als Mensch auf die Erde geschickt, da er den Menschen zu oft im Kampf gegen das Böse geholfen hat. Tyrael zerstörte in Diablo II den Weltstein und hat sich dadurch nach der Meinung der anderen Engel zu sehr in den Kampf Gut gegen Böse eingemischt. Der Dualismus in Diablo zwischen den Gegensätzen Engel und Dämonen wird im Spiel vor allem in der Welt der  Menschen ausgetragen. Der Charakter, den man wählen kann, ist ein so genannter Nephalem, eine menschenähnliche Kreatur, die aus dem Verkehr eines Engels mit einem Dämon entstand. Der Nephalem hat dadurch außergewöhnliche Kräfte im Kampf gegen das Böse. Durch eine Hexe wird Diablo im dritten Teil wird lebendig und stürmt den Himmel. Der spielbare Charakter muss einen Zugang zum von Diablo korrumpierten Himmel finden und den Dämonenfürst besiegen. Neben Diablo, der im Spiel der Herr des Schreckens ist, gibt es noch andere Dämonen von unterschiedlicher Rangordnung, gegen die man zu Felde zieht.

Die Faszination an Diablo

In Diablo mischen sich Horror, düstere Apokalypse, Abenteuer und Aktion. Das Spiel gehört dem Genre  der Aktion-Rollenspiele, dem so genannten Hack & Slay, zu Deutsch „hacken und erschlagen“, an, indem es darum geht alleine oder mit einem Begleiter gegen die Mächte des Bösen, vor allem so genannte Untote und Dämonen, zu kämpfen. Die ganze Welt ist verseucht von den Armeen der Hölle, die es zu besiegen gilt. Der Reiz besteht im Kampf gegen diese Monster, im Sammeln von neuen Waffen und Rüstungen sowie im immer stärker werdenden Charakter. Mit jedem Kampf gewinnt der Charakter Erfahrung, so steigt er Level auf und wird stärker. Die düstere Atmosphäre des Spiels zieht dabei in den Bann. Der gelangweilte Wohlstandsbürger erschlägt mal eben einen Zombie, eine von Würmern durchsetzte Abscheulichkeit oder eine halbnackte Dämonin. Das macht mehr Spaß als nur passiv fernzusehen. Vor allem die stetige Weiterentwicklung des Charakters und die wechselnden Kampforte faszinieren. Das Böse in dem Spiel ist mächtig, das allein reicht schon, um anziehend zu sein. Nicht die philosophische Beschäftigung, ob und wie das Böse ist, sondern seine Darstellung als teuflisch-dämonische Supermacht, fasziniert. Diablo ist der Klischeeteufel, den es zu besiegen gilt. Rot, gehörnt, Pferdefüße und eine tiefe Stimme, voila, fertig ist das Teufelsrezept. Nun auf in den Kampf. Kommt der Charakter dagegen an? Ist der Kampf zu gewinnen?

Im Menschen wohnt ein Bild des Dämonischen, in Diablo wird es klischeehaft und farbenfroh dargestellt. Das ist die Art der Beschäftigung, die zeitlos fasziniert.

Josef Jung

Links:

Homepage des Spiels: http://www.diablo.de/

Youtube Kanal: https://www.youtube.com/user/diablo

Ein Gedanke zu “Die Computerspielserie „Diablo“: Die Faszination des Teufels

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